„Typisch Mädchen – typisch Jungs!“

Ziele

Mädchen und Jungen setzen sich mit Geschlechterstereotypen auseinander.

Mädchen und Jungen erweitern die eigenen Vorstellungen bezüglich weiblicher und männlicher Geschlechterrollen.

Mädchen und Jungen lernen voneinander.

Filmszenen

Zusammengefasst: Es geht um die stereotypen Vorstellungen, die Jungen und Mädchen voneinander haben. Mirco und Morena, die zusammen eine Beziehung führen, erzählen ihren Freunden bzw. Freundinnen, dass sie am Abend vorher Probleme miteinander hatten. Es läuft darauf hinaus, dass die Jungs sich einig sind, dass Mädchen immer ein Drama um alles machen und die Mädchen finden, dass Jungs nie über ihre Probleme reden.

Szene 1: Vier Jungs sitzen auf der Treppe vor der Schule. Mirco erzählt, dass seine Freundin Morena ihn am Tag vorher so aufgeregt habe. Sie sei eingeschnappt gewesen, weil er nichts über ihre Frisur gesagt hätte, nachdem sie Stunden im Bad verbracht hatte. Die anderen Jungs bestätigen seine Schilderung (Weiber halt. Meine Schwester ist auch so). Ausserdem nervt es Mirco, dass sie nachher noch stundenlang mit einer Freundin telefonierte, dabei hatte er schon am Morgen Ärger mit seinem Vater. Die anderen reagieren verhalten zustimmend, einer lenkt ab (Chills, komm wir gehen zu mir zocken). Man hört den Gedanken von Mirco:
Wieso macht sie immer so ein Drama?“

Szene 2: Die Sicht von Morena. Sie sitzt mit drei anderen Mädchen im Gang der Schule und wird gefragt, was los sei. Sie erzählt, dass ihr Freund Mirco sich am Tag vorher voll daneben verhalten hat. Die anderen sind wenig erstaunt darüber und fragen nach, ob er immer noch Probleme mit seinem Vater habe. Morena bejaht dies und meint, Mirco würde aber nie mit ihr darüber reden, Hauptsache, er wahre seinen coolen Schein. Die anderen bestätigen sie. Man hört den Gedanken von Morena:
Er ist so ein Idiot. Warum redet er nie?“

Vorschläge zum Einsatz

Arbeit mit dem Film

Mädchen und Jungen lernen voneinander durch Austausch.
Mädchen erkennen, dass sie in der Wahrnehmung der Jungen häufig dramatisieren und reflektieren diese Zuschreibung.
Jungen erachten es als Stärke, über Schwierigkeiten mit Bezugspersonen (FreundInnen und andere) zu reden.

Wie umsetzen? ca. 40 Min

5'
Film anschauen

Film mit Mädchen und Jungen gemeinsam anschauen.

30'
Positionierung

  • Geschlechterstereotype Aussagen (siehe Kopiervorlagen) mit Bezug zum Film werden eine nach der anderen einzeln vorgelesen und im Raum ausgelegt oder aufgehängt.
  • Die Mädchen und Jungen werden aufgefordert, sich auf einer Achse mit den Positionen (siehe Kopiervorlagen) völlig einverstanden, ziemlich einverstanden, eher nicht einverstanden und gar nicht einverstanden einzuordnen.
  • Die Moderation fragt beispielhaft bei einzelnen Jugendlichen nach, weshalb sie eine bestimmte Position eingenommen haben.

5'
Abschluss

Zusammenfassung des Gesagten.

Austausch zu zweit

Erweiterung der eigenen Strategien im Umgang mit Stress und Belastungen.

Wie umsetzen? ca. 35 Min

20'
Arbeit zu zweit

Immer ein Junge und ein Mädchen tun sich zusammen und diskutieren folgende Fragen:

Was machst du:

  • Wenn es dir gut geht?
  • Wenn du nicht gut drauf bist?
  • Wenn du gestresst bist?
  • Wenn du wütend bist?
  • Wenn du dich einsam fühlst?

15'
Auswertung im Plenum

Frage an die Zweiergruppen:

  • Nennt je zwei Strategien, welche euch besonders gut gefallen haben.

Austausch zu zweit

Auseinandersetzung mit Stereotypen. Erweiterungen der eigenen Vorstellung bezüglich weiblicher und männlicher Geschlechterrollen.

Wie umsetzen? ca. 45 Min

15'
Einzelarbeit

Arbeitsauftrag:

  • Falte ein leeres A4-Blatt der Länge nach in der Mitte und schreibe auf der einen Hälfte die Überschrift „typisch Mädchen“ und auf der anderen Seite „typisch Junge“ und notiere spontan, was dir dazu in den Sinn kommt.

Wenn du fertig bist, notiere, was du selbst an dir typisch findest.

(Quelle: www.pepinfo.ch)

15'
Arbeit zu zweit

Immer ein Junge und ein Mädchen tun sich zusammen und schauen, ob diese Zuschreibungen wirklich stimmen.

  • Stimmen diese für euch?

10'
Auswertung im Plenum

  • Nennt je ein Beispiel, bei dem ihr übereinstimmt sowie eines, bei welchem eure Meinung ausein- andergeht.

Diskussion darüber im Plenum.

5'
Abschluss

Zusammenfassen, was man unter Stereotypen (siehe Glossar) versteht.

Aufzeigen, dass Stereotypen verbreitet sind, dass sie aber nicht in Stein gemeisselt sind und man sich anders verhalten kann.

Faktenblatt

Das Zahlen- und Faktenblatt ergänzt den Film und die anderen Vorschläge zum Einsatz.

Die Vorderseite kann als Arbeitsblatt eingesetzt werden. Auf der Rückseite finden sich weiterführende Informationen für Lehr- und Leitungspersonen.

Download Pädagogisches Begleitheft

Themen, die der Film anspricht

Genderstereotypen

Genderstereotypen sind vereinfachende Vorstellungen über Frauen und Männer, welche unsere Wahrnehmung beeinflussen. Sie reduzieren einerseits Unsicherheiten und bieten Orientierung. Andererseits können dadurch Eigenschaften und Verhaltensweisen von Mädchen / Frauen und Jungen / Männern in einschränkender Weise festgeschrieben werden (siehe Glossar).

Empfehlungen zur Unterstützung/Stärkung

  • Setzen Sie sich mit den Jugendlichen zusammen mit Genderstereotypen auseinander. Diskutieren Sie Bilder von Männlichkeiten und Weiblichkeiten.
  • Durch das Hinterfragen der gesellschaftlichen Rollen sollen die Jugendlichen darin unterstüzt werden, ihre eigene Geschlechterrolle zu erweitern.
  • Als Lehrerin, Jugendarbeiterin oder Leiterin in der Verbandsjugendarbeit sind Sie ein Rollenmodell für Mädchen. Wenn Sie nicht immer wieder nachgeben oder „dem Frieden zuliebe“ schweigen, dann setzen Sie damit auch ein Zeichen für mehr Spielraum in der Rolle als Frau.
  • Als Lehrer, Jugendarbeiter, Leiter in der Verbandsjugendarbeit sind Sie ein Rollenmodell für Jungen. Stehen Sie als Mann zu ihren „schwachen“ Seiten, indem Sie zum Beispiel zeigen, dass sie darunter leiden, wenn es am Arbeitsplatz nicht so läuft, wie Sie es gerne hätten.

Umgang mit belastenden Situationen und Stress

Alkohol (eher bei Jungen) oder Medikamente (eher bei Mädchen) und andere psychoaktive Substanzen werden oft gebraucht, um verschiedene Alltagsbelastungen oder schwierige Lebensphasen zu bewältigen. Das gilt auch für problematische Verhaltensweisen wie Glücksspiel oder Essstörungen.

Umgang mit Stress ist erlernbar, alltägliche Belastungen können als Herausforderungen und nicht nur als Bedrohung wahrgenommen werden.

Empfehlungen zur Unterstützung/Stärkung

  • Trainieren Sie mit den Mädchen und Jungen zusammen Stressbewältigungsstrategien. Fördern Sie das  gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Bewältigungsstrategien und unterstützen Sie die Jugendlichen dabei, weitere Strategien im Umgang mit Belastungen und Stress zu entwickeln.