Ziele

Jungen können besser mit Gruppendruck umgehen.

Jungen kennen für sich verschiedene Möglichkeiten, Anerkennung zu finden.

Jungen setzen sich mit den Konsequenzen ihres Verhaltens auseinander.

Filmszenen

Zusammengefasst: Der erste Film behandelt das Thema Gruppendruck. Ein Junge – Dominic – möchte seinen Klassenkameraden beweisen, dass er kein Feigling ist, schlägt an der Party einer Mitschülerin über die Stränge und betrinkt sich bis zur Bewusstlosigkeit.

Szene 1: Die Szene spielt in einer Umkleidekabine. Fünf Jungs ziehen sich nach dem Sport um. Einer fragt, wer am Abend alles an die Party von Lara komme. Als Dominic sagt, er käme auch, lachen die anderen nur. Einer der Jungs prahlt damit, dass er seinem Vater eine Flasche Alkohol gestohlen habe, die er am Abend mitbringen will. Die anderen sind beeindruckt. Ein Junge sagt zu Dominic, dass er sich ja eh nicht zu kommen getraue, die anderen machen sich über ihn lustig und verspotten ihn als feiges Huhn. Dominic geht das sichtlich nahe.

Szene 2: Die Party, ein Wohnzimmer. Zoom auf Dominic. Er liegt bewusstlos am Boden vor dem Sofa, man sieht, dass er sich übergeben musste. Im Zimmer herrscht Chaos, überall liegen Flaschen herum, man hört laute Musik, die anderen Jugendlichen sind betrunken. Dann hört und sieht man Blaulicht und Polizeisirenen. Ein Junge geht zu Dominic und versucht, ihn zu wecken und vor den „Bullen“ zu warnen, dieser reagiert aber nicht. Alle verlassen den Raum, zum Teil hektisch zum Teil lachend und angetrunken. Dominic bleibt allein zurück. Man hört seine Gedanken aus dem Off:
Ich möchte halt dazugehören. Was hättest denn du gemacht?“

Vorschläge zum Einsatz

Arbeit mit dem Film

Jungen können besser mit Gruppendruck umgehen.

Wie umsetzen? ca. 45 Min

10'
Halbzeit

Film nach der ersten Szene in der Garderobe stoppen. Zwei Fragen an die Jungs:

  • Was passiert jetzt mit Dominic?

Vermutungen sammeln.

Anschliessend fragen:

  • Was würdest du an seiner Stelle tun?

10'
Kurzbeschreibung

Zweite Szene des Films zeigen. Frage an die Jungs:

  • Was habt ihr gesehen? Was ist passiert?

5'
Schlüsselmomente

Film evtl. ein zweites Mal schauen.

Beobachtungsauftrag:

  • Achtet darauf, wie die Filmfiguren zueinander stehen.

15'
Perspektiven-Wechsel

Mögliche weitere Fragen:

  • Wie geht es nun weiter? Konsequenzen für Dominic? Konsequenzen für die anderen? Was würdet ihr an Stelle der anderen Jugendlichen tun?

5'
Abschluss der Lektion

Würdigung des Gesagten. Zusammenfassung.

Rollenspiele

Jungen werden sich der eigenen Emotionen und Gedanken bewusst, Empathie und Fähigkeit zu Perspektivenwechsel werden gefördert.

Jungen setzen sich mit den Konsequenzen ihres Verhaltens auseinander.

Wie umsetzen? ca. 45 Min

20'
Rollenspiel 1

Zeigen Sie den Film.

Danach bilden die Jungen Vierergruppen, jeder spielt einmal die Rolle von Dominic. Die anderen drei versuchen, ihn zu provozieren, fordern ihn heraus (wie Szene in der Umkleidekabine). Einer der drei anderen übernimmt die Führung, ein zweiter macht mit und der dritte beobachtet (greift einmal nicht ein, einmal ist er Mitläufer und einmal versucht er, Dominic zu unterstützen).

Der Schüler, der Dominic spielt, versucht, sich mit Worten zu wehren, für sich einzustehen.

10'
Fragen

Wie fühlt es sich an in der Rolle als Dominic?

Was kann ich sagen, wie kann ich für mich einstehen? Wo sind meine Grenzen? Muss ich mich immer beweisen? Ist es möglich, darüberzustehen, sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen?

Wie fühlen sich die anderen in der Gruppe? Was macht es für einen Unterschied, wenn der Dritte nur beobachtet, mitmacht oder für das „Opfer“ Partei ergreift?

Beschreibt mögliche Konsequenzen, die Dominic nun tragen muss (2. Szene). Bspw. Konfrontation mit der Polizei, mit seinen Eltern.

15'
Rollenspiel 2

Montag nach der Party in der Schule. Dominic trifft auf die anderen.

  • Was kann er ihnen sagen?
  • Fühlen sich die anderen verantwortlich?

Arbeit mit dem Film

Die Mädchen setzen sich mit den im Film gezeigten Herausforderungen und Bewältigungsstrategien auseinander.

Die Mädchen reflektieren ihr eigenes Verhalten in ähnlichen Situationen.

Wie umsetzen? ca. 30 Min

30'
Halbzeit

Film nach der ersten Szene in der Garderobe stoppen. Zwei Fragen an die Mädchen:

  • Was passiert jetzt mit Dominic? Vermutungen sammeln.

Anschliessend fragen:

  • Was würdet ihr an seiner Stelle tun?

10'
Kurzbeschreibung

Zweite Szene des Films zeigen. Frage an die Mädchen:

  • Was habt ihr gesehen?
  • Was ist passiert?

10'
Perspektiven-Wechsel

Mögliche weitere Fragen:

  • Habt ihr schon solche Szenen beobachtet? Seid ihr selber schon einmal in eine ähnliche Situation geraten? Was würdet ihr an Stelle der anderen Jugendlichen tun? Wie könnte Dominic unterstützt werden?

Faktenblatt

Das Zahlen- und Faktenblatt ergänzt den Film und die anderen Vorschläge zum Einsatz.

Die Vorderseite kann als Arbeitsblatt eingesetzt werden. Auf der Rückseite finden sich weiterführende Informationen für Lehr- und Leitungspersonen.

Download Pädagogisches Begleitheft

Themen

Umgang mit Gruppendruck

Der Druck in der Peer-Gruppe ist für manche Jungen sehr hoch, was sie jedoch kaum zeigen. So werden mehrheitlich Jungen Opfer destruktiver Gruppendynamik.

Nicht dazuzugehören oder anerkannt zu werden, ist sehr belastend und kann ein Risikofaktor für eine Suchtentwicklung sein.

Jungen beginnen oft in der Gruppe, Substanzen zu konsumieren.

Empfehlungen zur Unterstützung/Stärkung

  • Reflektieren Sie mit den Jungen zusammen, in welchen Situationen sie sich gut und selbstbewusst fühlen und in welchen sie überfordert und hilflos sind.
  • Wenn ein Junge in seiner Clique gefoppt wird, weil er nicht gerne Alkohol trinkt, so bestärken Sie ihn darin und besprechen Sie mit ihm, wie er sich wehren kann, ohne die anderen zu verletzen.
  • Thematisieren Sie die Wichtigkeit von Verbündeten, wenn es in einer Gruppe brenzlig wird: Wenn man sich nicht traut, in einer Gruppe seine Meinung zu äussern, hilft es, einen Verbündeten zu suchen. Oft denken nicht alle Mitglieder der Gruppe dasselbe.

Teil einer Peer-Group sein

Zu einer Gruppe zu gehören ist für Jungen ungemein wichtig, sie fühlen sich in Gruppen stark und sicher. Um dabei zu sein und dazuzugehören, müssen sie jedoch etwas leisten − auffallen, frech sein oder eine Mutprobe bestehen.

Empfehlungen zur Unterstützung/Stärkung

  • Bringen Sie unausgesprochene Erwartungen und Regeln von Gruppen zur Sprache: Als Mitglied einer Gruppe hat man oft das Gefühl, dass die Gruppe etwas von einem erwartet / dass ein bestimmtes Verhalten zulässig oder unzulässig ist / dass von der Gruppe Druck auf das eigene Verhalten ausgeübt wird.
  • Helfen Sie ihnen, sich in verschiedenen Rollen wahrzunehmen bspw. in der Rolle des Täters, des Mitläufers, des Opfers oder in der Rolle als Unterstützender für den Schwächeren.

Umgang mit den Konsequenzen eines Verhaltens

Jungen wissen oft Bescheid über Risiken und vergleichen diese mit dem Nutzen. Riskantes Handeln kann nicht ausschliesslich damit begründet werden, dass die Jugendlichen die Konsequenzen falsch einschätzen. Ein Grund für riskantes Verhalten liegt in der Suche nach Aufmerksamkeit, die Jungen wollen von gleichaltrigen Jungen und Mädchen bewundert werden und nehmen dafür mögliche negative Konsequenzen in Kauf. Sie versuchen, die Grenzen eines bestimmten Verhaltens zu erfahren und kosten neue Freiheiten aus.

Empfehlungen zur Unterstützung/Stärkung

  • Ermuntern Sie die Jugendlichen, über ihr Risikoverhalten nachzudenken: In welchem Verhältnis stehen Risiken, Konsequenzen und der Gewinn an spannenden, allenfalls neuen Erfahrungen?

Aufbau von Konsumkompetenz

Das Hineinwachsen in die Konsumkultur einer Gesellschaft gehört zu den unumgänglichen kollektiven Entwicklungsaufgaben.
Jugendlicher Risikokonsum kann den Einstieg in suchtriskanten Konsum und Selbstschädigung darstellen, ist aber häufig als Phase im Rahmen der Bewältigung von altersspezifischen Entwicklungsaufgaben zu sehen.

Empfehlungen zur Unterstützung/Stärkung

  • Regen Sie mit altersangemessenen Übungen zur Selbstreflexion über Konsummuster an (siehe medienpädagogische Hinweise und Umsetzungsvorschläge).
  • Zeigen Sie anhand der aktuellen Zahlen auf, dass eine Mehrheit der Jugendlichen nicht oder nicht übermässig Substanzen konsumiert oder problematische Verhaltensweisen aufweist. Siehe dazu: Zahlen und Fakten zum Film „Ich…und die anderen” sowie Weiterführende Themen und Hinwe.